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Haarpflege aus der Natur

Haarpflege aus der Natur

Klettenwurzel geschnitten

Gesund mit Haut und Haaren:

- von Barbara Schuhrk -

 
Von welcher Wichtigkeit Haare für den Menschen sind, zeigt sich bereits anhand zahlreicher Sprichworte: Man verliebt sich mit Haut und Haaren, bekommt eine Gänsehaut, graue Haare oder sie stehen zu Berge. Wenn Emotionen, Seele und Haar schon derart vernetzt sind, sollte eine entsprechende Pflege selbstverständlich sein ...

Schöne Haare werden in nahezu jedem zweiten Werbespot thematisiert. Doch neben vermeintlich vielversprechenden Chemikalien gibt es bereits seit Jahrtausenden Heilmittel und natürliche Substanzen, die an Fähigkeiten nichts eingebüsst haben – einzig dem Hersteller vielleicht nicht dienen, denn der heißt Natur!

Mit Kräutershampoos, -spülungen und Massagen können Sie Ihre Kopfhaut gesund halten oder gesunden lassen. Viele ätherische Öle wirken antibakteriell, Eukalyptus-, Lavendel- und Teebaumöl reinigen und heilen, Rosmarin und Zitronenmelisse duften gut und wirken entspannend, gegen fettige Haut helfen Ringelblume, Zitronensaft und auch Schafgarbe. Kieselsäurehaltig zeigt sich der Ackerschachtelhalm, innerlich wie äußerlich anzuwenden; die Brennessel war bereits den Kelten und Germanen heilig. Nicht ohne Grund, denn neben zahlreichen anderen Heilwirkungen, hilft sie dem Menschen, bis in die Haarspitzen gesund zu sein: Gegen Schuppen, fettige Haare, unterstützend, durchblutend - somit auch für die Kopfhaut geeignet.

 

Natürlich und gesund

Brennessel

Glänzendes, duftiges Haar verleiht ein gepflegtes Aussehen, stärkt dadurch auch unser Selbstbewusstsein. Umgekehrt machen fettige Haare und Schuppen einen ungepflegten Eindruck. Viele Menschen mit Haar- oder Kopfhauterkrankungen lassen daher zu Recht nichts unversucht, dem entgegenzuwirken. Doch die meisten Spezialprodukte sind aggressiv, trocknen die Kopfhaut aus, sodass sie mehr Fett produziert. Hier greifen wirksame wie auch sanfte

Naturprodukte, die Haar und Kopfhaut schonend reinigen ohne auszutrocknen oder zu strapazieren: So kann sich das Haar langsam regenerieren.

Neutralshampoo ist frei von Zusätzen und Duftstoffen und somit die ideale Grundlage für die Selbstherstellung von Präparaten. Durch das Hinzufügen von ätherischern Ölen und Kräutern erhält das Shampoo eine persönliche Duftnote und die entsprechend pflegende oder heilende Wirkung: Das ätherische Öl der Bergamotteschalen reguliert die Talgdrüsentätigkeit, beugt somit fettigen Haaren vor. Das im Rosmarin enthaltene Terpineol regt die Durchblutung der Kopfhaut an, stärkt die Wurzeln und fördert den Wachstum. Bereits vorhandene Schäden werden gelindert, neuen wird vorgebeugt. Lavendelöl wurde bereits von den Römern verwendet, da es eine besondere Reinigungskraft besitzt. Duftige Fülle und Kräftigung kommt noch dazu.

 

Radikal gegen freie Radikale

Haarspülungen sollen nicht nur auf das Haar, sondern auch auf die Kopfhaut einwirken, denn hier verlaufen Blutgefäße, die die Haare mit Nährstoffen und Proteinen versorgen. Während chemische Substanzen auf dem Haar einen Schutzfilm bilden oder es aufweichen, vermögen biologische Stoffe die Durchblutung der Haut anzuregen: Das Haar wird von Innen versorgt.

Luftverschmutzung, Sonneneinwirkung, trockene Raumluft, Dauerwellen, Färbemittel oder scharfe Shampoos können Haar und Haarboden schädigen. Hier helfen Spülungen mit natürlichen Bestandteilen, die kräftigend wirken und die Versorgung der nachwachsenden Haare verbessern.

Kräuterspülungen werden wie Tee zuber

eitet: Je ein Teelöffel der Kräuter in einem Viertelliter Wasser aufgebrüht, einmassiert und regelmäßig angewandt, pflegen die Haare dauerhaft: Salbei reguliert die Fettbildung der Kopfhaut und kräftigt die Haarwurzeln, Birkenblätter halten den Haarboden gesund und unterstützen bei vorzeitigem Haarausfall, Kamille beruhigt und verleiht seidigen Glanz, Lindenblüten helfen bei strapazierten und angegriffenen Haaren.

Wer seinem Haar etwas besonders Gutes tun möchte, spült es einmal pro Monat mit Weizenbier. Anschließend nachspülen. Die enthaltene Hefe kräftig nachhaltig, fördert das Wachstum. Gerade im Sommer, denn Sonne bleicht und trocknet das Haar extrem aus, es wird spröde. Schäden, die irreparabel sind. Vorbeugend hilft Jojobaöl, denn dieses besitzt einen natürlichen Sonnenschutzfaktor von etwa 2,5 Prozent.

 

Natürliche Farbe ins Leben bringen

Klettenwurzel

Ob Blondieren oder Färben – um die Haarfarbe dauerhaft zu verändern, muss die natürliche Schutz- und Strukturschicht des Haares aufgebrochen werden, denn erst dann können sich neue Farbpigmente anlegen, haltbar werden. Chemische Mittel sind aggressiv und trotz nachfolgender Pflege werden dem Haar damit bleibende Schäden zugefügt, die es rauh, brüc

hig und glanzlos machen. Pflanzliche Haartönungen hingegen sind eine sanfte und pflegende Alternative. Da sie mit heißem Wasser angerührt werden, quellen sie die Strukturschicht nur leicht auf; zudem werden sie mit pflanzlichen Ölen angereichert, die das Haar pflegen und nähren. Allerdings wäscht sich der neue Farbton mit der Zeit wieder aus; die Anwendung kann dann ohne weiteres - und ohne Schaden - wiederholt werden.

Hennapulver wird aus den fein gemahlenen Blättern des Hennastrauches gewonnen, seit Jahrhunderten verwendet, um intensive Tönungen zu erzielen. Das Pulver wird mit heißem Wasser angerührt, ist in verschiedenen Rot- und Brauntönungen in Drogerien erhältlich. Henna kräftigt das Haar zudem und verleiht ihm eine gleichmäßige Struktur.

Kamillenblüten hellen blondes Haar sanft auf, zusätzlich werden die Haare weich und duftig.

Durch die Zugabe eines Eigelbs werden pflanzliche Haartönungen mit natürlichen Lezithin angereichert. Das nährt die Haarwurzeln, fördert gesunden und kräftigen Haarwuchs. Pflanzöle wie Oliven- oder Jojobaöl pflegen die Kopfhaut, glätten die Schuppenschicht und schützen vor dem Austrocknen.

 

So liegt nicht allein die Apotheke genaugenommen in unserem Garten, auf der nächstgelegenen Wiese, sondern auch die Drogerie mit Haarpflegeprodukten. Kostenfrei und ohne nachteilige Wirkung.

 
 Heilpflanzen beim Schopfe packen
  • Kieselsäure unterstützt das Wachstum an der Peripherie, Haare, Nägel und Haut: Eine sechswöchige Kur mit je zwei Tassen Ackerschachtelhalm-Tee am Tag stärkt das Haar von Innen.
  • Brennnessel wird schon lange als Haarwuchsmittel eingesetzt. Zwar hat sich inzwischen herumgesprochen, dass keinerlei Mittel aus einer Glatze Locken zu m achen vermag, jedoch können Haarwässer aus Brennnesseln, Klettenwurzeln und Birkenblättern den Haarboden stärken und durchbluten, kräftigen und vorzeitigen Ausfall verhindern.
  • Frauenhaar-Farn hat neben zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten auch im Kopfbereich seine Wirkung: Der Tee wurde bereits im Mittelalter als Haarspülung angewendet, um die Haare zu stärken und ihnen Glanz zu verleihen.
  • Bei fettenden und schuppigen Haaren hilft Huflattich. Nach jeder Haarwäsche sollten die Haare in einem starken Absud von Huflattichblüten gebadet werden, zwischendurch die Kopfhaut mit Huflattich-Tee massieren. Bei Schuppen hat sich auch eine Haarspülung aus Huflattichblüten und Kapuzinerkresse, zu gleichen Teilen gemischt, bewährt. Für eine Wäsche geben wir eine Handvoll Blüten auf einen halben Liter kochendes Wasser und lassen dies so lange ziehen, bis der Tee abgedunkelt ist.
  • Für Klettenwurzelöl füllt man ein Schraubglas zur Hälfte mit frischen, klein geschnittenen Wurzeln. Das Glas ganz mit Jojobaöl auffüllen, zwei Wochen ziehen lassen, abseihen, kühl und dunkel aufbewahren. Zum Einmassieren in den Haarboden bei Schuppen und Haarausfall, bei Spliss in die Spitzen reiben. Klettenwurzelöl, welches in Drogerien und Apotheken angeboten wird, weist nicht immer Klettenwurzelauszüge vor. So ist es empfehlenswert, dieses Öl selbst herzustellen (Klettenwurzel ist als Radix Bardanae erhältlich).
  • Der Pflanzenwirkstoff Cimicifuga Racemosa der Traubensilberkerze kann hormonell bedingten Haarausfall stoppen. Die Pflanze wird bereits seit einigen Jahren wegen ihrer östrogenartigen Wirkung bei Frauen in der Menopause verwendet. In einer 1999 veröffentlichten Studie konnte die Wirkung von Forschern der University of Bridgeport nachgewiesen werden. Der Pflanzen-Wirkstoff kann sowohl die Anzahl der im Wachstum befindlichen Haare erhöhen als auch die der im Ausfall befindlichen Haare senken. Außerdem konnte er die Haardicke geringfügig verbessern.
  • Die Heilwirkung und Anwendung von Birkensaft zur Pflege von Haaren hat bereits lange Tradition.
Praktische Tipps
 
Shampoo selbstgemacht

Man nehme einen halben Liter destilliertes Wasser, 50 Gramm weiße Schmierseife, zehn Gramm Pottasche und ätherisches Öl nach Wahl. Das destillierte Wasser wird nun zum Kochen gebracht, die Schmierseife darin sorgfältig aufgelöst, die Pottasche hinzugefügt und eingerührt, bis sich eine Emulsion bildet. Das Ganze etwa 20 Minuten köcheln la ssen, auf Handwärme abkühlen und die jeweiligen ätherischen Öle untermischen. Nicht mehr als 20 Tropfen verwenden und in dunklen Flaschen aufbewahren. Bei der Haarwäsche den Augenkontakt meiden, da ätherisches Öl die Schleimhäute reizt

 
Rotschimmer durch Henna

6-8 EL Hennapulver, 250 ml kochendes Wasser, 1 Eigelb, 2 TL Olivenöl

Das Pulver mit dem kochenden Wasser übergießen, zu einem Brei verrühren, abkühlen lassen, dann das Öl und Eigelb hinzufügen. Die Tönung so warm wie möglich im feuchten Haar verteilen, bis zu zwei Stunden einwirken lassen.

 
Aufhellung für blondes Haar

5 EL Kamillenblüten, 250 ml Wasser, Saft einer Zitrone

Das Wasser aufkochen, die Blüten hinzufügen und bis zum Abkühlen ziehen lassen. Dann den Zitronensaft zufügen, abseihen, das Haar wie gewohnt waschen und ins Haar spülen. Nicht mehr auswaschen. Je häufiger diese Spülung verwendet wird, desto intensiver die Aufhellung.

 
Belebung für braunes Haar

6 – 8 EL Walnussschalenpulver, 200-250 ml kochendes Wasser, 1 EL Oliven- oder Avocadoöl, 1 TL Zitronensaft

Walnussschalen verleihen braunem oder dunkelblonden Haar einen lebendigen, warmen Farbton. Falls kein fertiges Pulver erhältlich ist, mahlen Sie zerkleinerte, getrocknete Walnussschalen in der Kaffeemühle, verrühren das Pulver mit heißem Wasser zu einem Brei und lassen diese Mischung eine Viertelstunde ziehen. Dann Öl und Zitrone hinzugeben, auftragen und eine bis zwei Stunden einwirken lassen.

Achtung: Um etwaiger allergischer Reaktion vorzubeugen, sollte ein Teil der Tönung bereits tags zuvor angerührt und in der Armbeuge dünn aufgetragen werden. Zeigt sich eine Hautirritation, sollte die Farbe nicht verwendet werden.

 

 

Das menschliche Haar

Jeder Mensch hat 300 bis 900 Kopfhaare pro Quadratzentimeter, verliert täglich etwa 100. Die Dichte nimmt im Alter ab, das Wachstum bis zu einem Zentimeter monatlich bleibt erhalten, unterliegt jedoch verschiedenen Phasen:

 

  • Anagenphase = aktive Haarbildung (2-6 Jahre)
  • Katagenphase = Übergangsstadium (2 Wochen)
  • Telogenphase = Ruhephase (3-4 Monate)
 

Mit Ende der Telogenphase wird das Haar ausgekämmt oder fällt aus. Eine neue Haarwurzel wird gebildet, der Haarzyklus beginnt erneut. Bei normalem Ablauf befindet sich ein Erwachsenen zu 85 Prozent in der Anagenphase, einem Prozent in der Katagenphase und vierzehn in der Telogenphase.

 
Haarige Probleme

Ursachen von Haarausfall sind androgenetische Alopezie, also genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln am Kopf auf männliches Sexualhormone (auch in den Wechseljahren = verminderte Östrogenproduktion ), hormonelle Umstellungen wie Schwangerschaft, Einnahme von oralen Kontrazeptiva oder auch Vitamin- und Eisenmangel, Mangel an Spurenelementen, psychische Überbelastung, Krankheiten, Durchblutungsstörungen, Leberentzündungen, Diabetes, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Erkrankungen der Haarwurzel und auch Arzneimitteleinnahme (Heparin, Isotretinoin, Zytostatika).

Die Schädigung des Haares kann auch durch äußerliche Einwirkung entstehen: Aggressive Dauerwellpräparate, schlechtes Haarfärben, zu langes und zu heißes Fönen, straffe Frisuren (Pferdeschwanz), übertriebene Sonnenexposition. Um diese Schäden zu vermeiden gilt es, auf solche Bedingungen zu verzichten und zudem milde Stoffe zur Reinigung zu verwenden. Aufgrund der Sanftheit von pflanzlichen Mitteln, bieten diese sich bei Haarproblemen und deren Vorbeugung an.

 
 
 
Weiterführende Informationen und Quellen

Stephanie Faber, „Das Rezeptbuch für Naturkosmetik“, Heyne

Susanne Fischer-Rizzi, „Medizin der Erde“, AT-Verlag

Katharina Vogelsang, www.heilpflanzenschule-calendula.de

Barbara Schuhrk, www.alruna-heilpflanzenschule.de