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Syndrome – Phänomenologie - Ganzheitlichkeit

Syndrome – Phänomenologie - Ganzheitlichkeit

 

  

 

 

Lern- und Leistungsschwierigkeiten in Schule, Alltag und Beruf 

Was abfallen muss, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns,
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind.

Rainer Maria Rilke

 

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Heute möchte ich mit Ihnen die Lern- und Leistungsschwierigkeiten aus dem Blickwinkel des Menschenbildes von Viktor Frankl, dem Begründer der Existenzanalyse betrachten.
Danach will der Mensch in erster Linie verstehen, wofür er lebt oder lernt, wozu er etwas macht oder erleidet- er sucht den Sinn. Sinnsuche heißt nach einem fühlbaren Wert zu suchen. Den Wert, den eine Handlung, ein Erleben, ein Erleiden für sich in seiner Person hat.

Syndrome
Wird ein Mensch auffällig, in dem was er sagt, schreibt, liest, rechnet oder im sozialem Miteinander, so schildern wir Symptome und viele Symptome ergeben ein Syndrom.
Solche Störungskonzepte werden von Ärzten im europäischen Raum unter dem Diagnoseschlüssel ICD aufgelistet. Der ICD ist eine international von der WHO genormte Klassifizierung für diagnostizierte Krankheiten.

Ermittelt wird: Was liegt vor? Hier möchte ich jetzt nur auf intellektuelle Leistungen, Aufmerksamkeit, Lern- und Leistungsstörung wie isolierte und kombinierte Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen eingehen.
Motorische, emotionale und soziale Störungen sowie Impulsivität und Hyperaktivität begleiten zwar im weiteren Sinne intellektuelle Beeinträchtigungen, würden aber hier zu umfangreich in der Darstellung werden.

Bereits Gerhard Bleul schilderte diese Beeinträchtigungen in der Leistung phänomenologisch.
Er gliederte die Informationsverarbeitung zum besseren Auffinden in einem Stufenmodell.
Diese Vereinfachung erachte ich als sinnvoll und möchte sie mit dem Blick auf das Menschenbild von Viktor Frankl phänomenologisch betrachten und darstellen.

Phänomenologie
Nach Heidegger dient die Phänomenologie der Erkenntnisgewinnung einer Sache oder eines Menschen. Sie versucht den Menschen empathisch also einfühlend zu erfassen.
Das Wesen des Menschen wird erfasst, was sehe ich, was höre ich, was zeigt mir der Mensch von sich selbst. Durch seine Art, wie er ist und wie er mit der Umgebung in Wechselwirkung und Beziehung steht. Der Mensch wird individualisierend erfasst und nicht generalisierend. Er wird ganz persönlich wahrgenommen und nicht allgemein.
Erste phänomenologische Sichtweisen auf Lern- und Leistungsstörungen bezogen wurden bereits in der Homöopathie in den Repertorien in alphabetischer Ordnung erfasst.
Bleul versuchte sie nach Gesichtspunkten modernster Forschung schon auf der Basis der Informationsverarbeitung neu in ein vereinfachendes Modell zu gliedern.

Was zeigt sich beim Menschen in seiner Leistung :

1. Die Orientierung
Im Handeln aus sich heraus und im Bezug zur Welt zeigen sich Verhaltensweisen wie
Gedankenverlorenheit, Verwirrung beim Versuch sich zu konzentrieren, Verwirrung durch Unterbrechungen, Unaufmerksamkeit, Stumpfheit, Trägheit, Zerstreutheit, Überanstrengung, Gedankenabwesenheit, geistig entrückt sein, Schwerfälligkeit und Bewusstlosigkeit wie in einem Traum, Trägheit, Empfindungslosigkeit, Benommenheit im Kopf, Verständnisschwierigkeiten, Abneigung gegen Arbeit, Gedanken vergehen und schwinden bei geistiger Anstrengung.

2. Das Erkennen
Geistesabwesenheit zeigt sich beim Lesen und Schreiben.
Gedanken schwinden oder verlieren sich beim Lesen, Schreiben und Sprechen.

3. Das Verstehen
Abneigung gegen geistige Arbeit und gegen geistige Anstrengung.
Trägheit, Stumpfheit und Schwerfälligkeit beim Lesen und langem denken.
Versteht Fragen erst nach Wiederholung und reagiert mit Trägheit und Stumpfheit.
Trägheit, Stumpfheit und Schwerfälligkeit beim Schreiben.
Lesen, Schreiben und Rechnen rufen Benommenheit und Verwirrung hervor.
Konzentration fällt schwer und wird als schwierig empfunden beim Rechnen, Lernen, Reden, Sprechen, Lesen, Schreiben und Studieren.
Es kommt zur Erschöpfung und Blackout beim Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprechen und Reden.
Versteht das Gelesene nicht, begreift nicht, was er liest, verwechselt Gedanken, Gegenstände und Ideen.

4. Die Speicherung
Gedächtnisschwäche für Daten, Termine, Buchstaben, Namen, Eigennamen, für die Zeit, für Worte, Wörter, geschriebenes und was er gelesen hat.
Gedächtnisschwäche sich aus zu drücken, was er gehört hat wieder zu geben, bei geistiger Arbeit und geistiger Anstrengung.
Vergesslichkeit durch geistige Anstrengung, beim Sprechen, was er sagen wollte, was er gerade sagen will, ebenso beim Schreiben.

5. Das Wiedergeben
Gedächtnisschwäche für das, was er sagen wollte und will, ebenso beim Schreiben
Abneigung gegen Antworten und zu Antworten. Er antwortet verworren, so als ob er an etwas anderes denkt. Antworten fällt schwer, ist zusammenhanglos, unverständlich, ohne Beziehung zur Frage oder zur Sache gehörend, überlegt lang und denkt lange Zeit nach.
Fehler treten auf beim Rechen, Lesen, Sprechen, Reden und Buchstabieren.
Wir hören falsche Betonungen, falsche Aussprache, falsche Reihenfolge und verdrehte Worte.
Beim Schreiben verwechselt er Buchstaben, lässt Buchstaben, Silben und Wörter aus.
Die Wiedergabe von Buchstaben, Zahlen, Worten und Formen ist fehlerhaft.
Worte werden entgegengesetzt benutzt, z.B. heiß für kalt. Setzt rechts für links ein und umgekehrt. Sagt Pflaume, wenn er Birne meint.

Der Wissenschaftler Dr. Siegfried Lehrl entwickelte das MAT® Mentales Aktivierungs Training auf der Basis des Strukturmodells der Informationsverarbeitung. Danach bildet das Fundament die Umwelt. Die Leistung als Person beruht auf der Orientierung in der Umwelt und seiner Leistung für die Umwelt.

Viktor Frankl sieht den Menschen noch umfangreicher. Er würde die Basis erweitern mit der Sichtweise, was will der Mensch durch seine Existenz als freie Person in die Welt bringen. Dadurch entwickelt sich aus einem Training die erweiterte Form des Verstehens:

Wie ist es für den Menschen, wenn seine Leistung beeinträchtigt ist?
Beobachten wir einen Menschen in seinen Handlungen, in seinen Wahrnehmungen, so ist es ein intuitives, unmittelbares, tiefes Verstehen. Die Intuition einer Person kommt zum Vorschein, wird sichtbar, spürbar und unmittelbares Begreifen ist möglich.

Unser Gehirn verarbeitet im Arbeitsspeicher die Informationen, die über die Sinne wahrgenommen werden. Die Verarbeitung der Welt erfolgt in Bildern.
Diese inneren Bilder zu erfassen, bietet die Chance mit den eigenen Ursprüngen oder der persönlichen Lebensaufgabe in Kontakt zu kommen. Werden die Bilder in einer zu stimmenden, bejahenden Sprache „übersetzt“ so entfaltet sich Ihre Wirkung im Bewusstsein.

In der Zweierbeziehung werden Schritt für Schritt Zusammenhänge, Ressourcen und Möglichkeiten erkannt, die das Verstehende wirksam werden lassen. Die Entfaltung der freien Person, wofür er lernt, wozu er leidet, im Kontakt zur Welt und für die Welt wird sichtbar.

Ganzheitlichkeit
Im Miteinander zeigen sich Phänomene. Diese zu erfassen braucht Zeit, bedarf ein verstehendes, zustimmendes Einfühlungsvermögen. Viele „Sinnesfetzen“ zeigen sich, wollen angeschaut und betrachtet werden. Solange bis aus den Gegebenheiten eine Ganzheit entsteht, das eigene Handeln verständlich wird. Die Antwort beinhaltet das, worum es geht.

Immer wieder stellt sich die Frage: „ Ist es so?“
Ganzheitlichkeit bedeutet hier nach, die gefundene Erkenntnis laufend kritisch zu hinterfragen, nicht in einer Generalisierung stecken zu bleiben oder sich der Verallgemeinerung hin zu geben. Das Eigene ist vorwiegend schützend und ermutigend und dient der Selbstaktualisierung.
Der Mensch sollte sein „Dasein“ in der Welt nicht als Träger von Symptomen leben, sondern in seiner Ganzheit als Mensch in den Blick genommen sein.

Aus dem Überleben zurück zum Selbstausdruck der Person.





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